Predictive Analytics, Künstliche Intelligenz, Chatbots, Augmented bzw.

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Die Trends für 2017

Predictive Analytics, Künstliche Intelligenz, Chatbots, Augmented bzw. Virtual Reality und das Internet of Things

Das sollen angeblich die Trends für 2017 sein, sagt eine Umfrage unter 620 Marketingverantwortlichen … unter Marketingverantwortlichen. Das schreibt zumindest Michaela drüben bei Modern Marketer. Ich habe mir auch mal ein paar Gedanken dazu gemacht.

Chatbots

Wollen die Kunden wirklich mit Chatbots schreiben? Wenn sie dadurch schnelle Hilfe, Dienstleistungen, Produkte oder Beratung bekommen sicherlich!

Jeder vierte Bundesbürger kann sich vorstellen, Chatbots zu nutzen. Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben. 64 Prozent wollen Chatbots einsetzen, um Veranstaltungstickets zu reservieren oder zu kaufen. Jeweils 58 Prozent möchten Chatbots für Recherchen beim Online-Shopping nutzen. 41 Prozent finden Chatbots für den Einsatz im Kundenservice attraktiv. Für 23 Prozent wäre es interessant, Chatbots in Verbindung mit Lieferservices nutzen. — Quelle: etailment Newsletter vom 19.01.2017

Viele Unternehmen überlegen schon den Kundenservice auf Chatbots auszulagern. Das ergibt durchaus Sinn, bedenkt man, dass der Kunde auf viele Fragen an der Hotline jetzt schon mehr oder weniger standarisierte Antworten bekommt und sich viele Dinge schnell klären lassen. Soll heißen, ähnlich wie beim Kundensupport über twitter, können Chatbots die Auslastung im Call-Center sicherlich stark verringern. Das könnte dazu führen, dass die Hotline-Mitarbeiter für die Kunden, die wirklich menschliche Hilfe benötigen, mehr Zeit hätten. Bei vielen Unternehmen hat aber nicht mal Schritt eins, die Verlagerung zum Support über twitter funktioniert oder gar erst stattgefunden. Und selbst wenn man die Schritte twitter oder chatbot geht, würden am Ende die Call-Center-Angestellten darunter leiden, weil sie dann nicht mehr in hoher Anzahl gebraucht werden würden. Also kein besserer, sondern nur ein günstigerer Service aus Kundensicht.

Künstliche Intelligenz

Ganz anders sieht es mit der künstlichen Intelligenz aus. Diese erkennt den Kontext der Unterhaltung und kann gezielte Antworten geben, statt auf einen Pool vorgefertigter Antworten zurückgreifen zu müssen wie die Chatbots. Werden die digitalen Assistenten intelligent genug, würden sie aber auch hier einen Großteil der Menschen ersetzen können und auch die eher mit einer Volltextsuchmaschine vergleichbaren Chatbots wären dann überflüssig.

Im Markt der “artificial intelligence” gibt es derzeit die folgenden Akteure:

  • der Google Assistant des neuen Google Pixel Phone (oder des Google Home Devices), der recht hilfreich sein kann und den Kontext der Unterhaltung gut versteht;
  • dann die relativ begrenzte Siri “AI” von Apple;

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  • Microsoft’s Cortana;
  • und die wahrscheinlich bald erscheinenden AI von Samsung namens Bixby (männliche Stimme) bzw. Kestra (weibliche Stimme). Samsung hat dafür Viv Labs gekauft, welches von den ehemaligen Siri-Programmierern gegründet wurde.
  • Und dann gibt es neben dem angesprochenen Google Home auch noch Amazon Echo mit der Alexa AI.

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Man kann gespannt sein wohin die Reise der “artifiziellen Intelligenz” geht. Ich sehe momentan den Sinn und Zweck noch nicht, aber es kann durchaus sein, dass unsere Kinder die damit aufwachsen, bald nicht mehr auf Tasten tippen sondern alles nur noch per Spracheingabe machen werden. Der feuchte Traum der Star-Trek-Fans ist damit zum Greifen nah, fehlt nur noch der Replikator.

https://medium.com/media/7d8e264fc338055ce4ca7e29b25be296/href

Augmented Reality

Findet Augmented Reality jetzt vielleicht doch Anklang? Oder Bleibt es bei tollen Spielereien mit Lego-Verpackungen? Ich habe zusammen mit einem Kollegen schon 2013 an verschiedenen Apps für eine Baumarkt-Kette herumgedacht, damals war AR neu und toll, aber heutzutage holt man damit, glaube ich, nur noch die wenigsten hinter dem Ofen hervor?

Virtual Reality

VR: Die nächste reale Sau im digitalen Dorf? Auf jeder Messe und Fach(idioten)-Konferenz ist mittlerweile irgendein Anbieter mit Vive oder Oculus Brillen mit einem Stand vertreten und zeigt wie toll das alles ist. Aber kommt der Durchbruch 2017, ich bin mir nicht sicher, vielleicht. Samsung verfolgt in Partnerschaft mit Oculus schon länger ein recht günstiges VR Konzept aus Smartphone und “Brille” (die Brille gibt es für 99 USD), hat aber bisher nur gerade mal 5 Millionen Brillen weltweit (!) verkauft. Und Sony nennt nicht mal Verkaufszahlen zur Playstation VR. Ich bin gespannt, ob mit der Einführung von Google’s Daydream (verfügbar auf dem Google Pixel Phone zusammen mit der 69 USD teuren VR-“Brille”) sich VR in der breiten Masse der Android User durchsetzen kann und damit zu einem Massenphänomen werden könnte. Jack McCauley, Mitgründer von Oculus VR ist zumindest der Meinung, dass die Zukunft von VR auf dem Smartphone ist. Das ist die Consumer-Seite.

https://medium.com/media/b89d038e27e0d82e8352538a1b4f9af5/href

Schauen wir auf die Business-Seite, denn hier macht VR durchaus Sinn, insbesondere im Gesundheitswesen, in Krankenhäusern, der Forschung, aber auch hier dauert es sicherlich noch ein paar Jahre bis sich das alles durchsetzt oder die entsprechenden Gelder verfügbar sind. Ebenso die flächendeckende Einführung von Tablets mit einer sicheren, digitalen Gesundheitsmappe für Ärzte und Schwestern.

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Das Internet of things und das Smarthome

Kommen wir zu IoT, dem Internet of things oder wie ein Kommentator bei Heise es letztens so trefflich nannte: dem Internet of Shitty Things.

An jeder Ecke poppen derzeit irgendwelche IoT-Devices-Produzenten auf, sei es die Körperwaage, der intelligente Kühlschrank (der schon seit Jahren propagiert wird), Kaffeemaschinen, Brandmelder, Heizungsthermostate, und und und. Kurzum alles was das moderne “SmartHome” oder eHome UNBEDINGT benötigt.

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Ein paar Hintergrund-Information

In Deutschland hat der Großteil der Bevölkerung kein Wohneigentum, sondern wohnt zur Miete. Auch wenn sich der Anteil über die Jahre hinweg verringert hat, sind es immer noch mehr als 57% der Bevölkerung, die zur Miete wohnen. Insbesondere junge Leute haben das Thema “Eigenheim” fast ad acta gelegt. Laut dem Artikel aus der FAZ wohnen sogar knapp 70 Prozent der 18- bis 45-Jährigen (eher die Zielgruppe) zur Miete, im Gegenteil dazu besitzt jeder zweite über 70 (nicht die Zielgruppe) Wohneigentum. Dabei werden laut statistischem Bundesamt 25–30% des Einkommens für die Miete aufgewendet. Rechnet man dann noch Versicherungen, Essen, etc. dazu bleibt eigentlich kaum noch Kaufkraft für teure IoT-/Smarthome-Devices. Und darüberhinaus stellt sich die Frage: wer investiert in tolle neue Thermostate, app-gesteuerte Türschlösser, spezielle Wandtaster, eine digitale Heizungssteuerung (die es in den Wohnungen meist gar nicht mehr gibt) oder Lichtsteuerung per App in einer 50–80 qm Mietwohnung in der man ggf. auch noch alleine lebt? Und dann auch noch alle paar Jahre die Wohnung wechselt. Die Deutschen lieben es umzuziehen, sagt ImmobilienScout24, aber auch bei Statista findet man eine Umzugsquote von fast 10% pro Jahr.

PwC spricht davon, dass 2030 jedes dritte neu gebaute oder renovierte Haus über automatisierte und vernetzte Elektronik, Heizung oder Lüftung verfügen wird. Auch hier geht es primär wieder um die Hauseigentümer und auch hier muss man auf die Zahlen schauen. Die Marktdurchdringung lag 2015 bei durchschnittlich drei Prozent. Jetzt im Jahre 2017 dürfte die Rate auf circa zehn Prozent steigen und 2030 könnte sie bei 30 Prozent liegen. Die große Masse ist das auch noch nicht. Soll heißen, „Bislang ist der Markt für Smart Home nicht mehr als eine Nische“ (Quelle)–Und dazu gehören auch Pflanzen, die ihren Wasserbedarf melden oder Kaffeemaschinen die per App deinen speziellen Kaffee machen können.

Auf der Business-Ebene gibt es immer wieder Test-Projekte, wie z.B. von IBM in Afrika, wo der Farmer mit IoT-Devices besser (agrar-)wirtschaften soll. Nur wie heißt es dort so schön: “particularly designed to help a group of tech-savvy farmers”–anders gesagt: auch nur ein Nischenthema oder lapidar formuliert “nur was für die Nerds”.

Hacker im Haus

Zudem sind viele IoT-Devices heutzutage noch derart unsicher oder sehr leicht knack-/hack-bar, dass man sich damit oft eher den Bot-Netz-Erschaffern statt seiner eigene Bequemlichkeit hilft, siehe auch:

Predictive Analytics

Kommen wir damit zum letzten Punkt, dem eigentlich ersten Punkt in der Headline: Predictive Analytics, nicht zu verwechseln mit Predictive Behavioral Targeting, ist ein weiteres Buzzword aus der Welt der Business Analytics und Business Intelligence. Eine Art Glaskugel für die Businesswelt um Muster zu erkennen oder wie es neudeutsch heißt zur “pattern recognition”. Gepaart werden Social Media Daten mit Daten aus dem Kaufverhalten und anderen, kurzum Big Data Analytics und daraus abgeleitet versucht man anhand dieser historischen Daten die Zukunft vorherzusagen.

Predictive Analytics ist also nichts anderes als das Orakel der Neuzeit”. So bringt es Wirtschaftsinformatiker Sebastian Köffer in seinem Vortrag von 2012 (!) auf den Punkt.

https://medium.com/media/b134dd622fefdd6c3d8417022f5b4e8d/href

Ist das also nicht schon lange ein Thema oder ist es JETZT DAS TRENDTHEMA 2017? Und was sagt uns das Wort “Trendthema”, eigentlich heißt “Trend” doch nur, dass es noch mindestens ein paar Jahre dauert bis der Trend zur “Commodity” für die breite Masse wird.

Man sollte zu Trends und neuen Technologien eine Meinung haben, aber nicht jeden “Scheiß” mitmachen. Manches ist sinnvoll, manches ist Spielerei. Und so richtig interessant wird es doch erst, wenn etwas kurz davor ist wirklich zur “Commodity” zu werden.

Was wann Sinn ergibt und in welchem Feld man sich aus Marketing- bzw. Unternehmenssicht engagieren sollte, kann nur eine gute strategische Analyse der Kunden zeigen. Nur weil etwas gerade “trendy” ist, heißt das noch lange nicht das “der Kunde” diesen Trend mitgeht.

Oder anders, der Innovation Adoption Lifecycle ist lang, sehr lang.

https://medium.com/media/ce096a0a837cf0c986fee7a23f981ed7/href

Jetzt habe ich auch mal einen Artikel über “die Trends” geschrieben und darin ein paar “Buzzwords” fallen lassen. Reicht dann auch für diese Jahr, hoffe ich 🙂


Predictive Analytics, Künstliche Intelligenz, Chatbots, Augmented bzw. was originally published in NERO.is on Medium, where people are continuing the conversation by highlighting and responding to this story.

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